Projekt

Über uns [Überblick]

COURAGE ist ein internationaler Forschungsverbund, der sich mit kultureller Opposition in Ost- und Südosteuropa während der Zeit des Staatssozialismus beschäftigt.

Wir denken, dass Kultur in Ost- und Südosteuropa vor 1989 mehr bedeutete als sozialistischer Realismus oder öde Propaganda. Trotz Zensur und Vorgaben der Machthaber entstanden lebendige alternative Szenen für widerständige und kritische Aktivitäten, welche die Staatsmacht herausforderten.

Wir befassen uns deshalb mit unterschiedlichen Aspekten von Non-Konformismus, Avantgardekunst, Dissens und alternativen Bildungsinitiativen ebenso wie mit Subkulturen, Menschenrechts-, Friedens- und Umweltbewegungen, nicht zuletzt auch mit Identitäten und Formen des Zusammenlebens, die sich gegen die kommunistische Hegemonie richteten.

COURAGE erforscht dieses reiche und vielfältige Erbe, in dem es private und öffentliche Sammlungen der kulturellen Opposition während des Staatssozialismus in einer umfangreichen digitalen Datenbank erfasst und vergleichend analysiert.

Wir zeigen, welche Rolle diese Erbschaft in ihren jeweiligen Gesellschaften spielt und wie die Sammlungen ihre Bestände und Erkenntnisse der nationalen und internationalen Öffentlichkeit vermitteln.

Damit helfen wir die Überlieferung der kulturellen Opposition im Staatssozialismus als Teil eines gemeinsamen europäischen Erbes zu bewahren.

COURAGE wird kulturellen Dissens lebendig machen!

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COURAGE (“Cultural Opposition – Understanding the CultuRal HeritAGE of Dissent in the Former Socialist Countries”) ist ein dreijähriges internationales Forschungsprojekt, das von „Horizon 2020“ gefördert wird, dem Rahmenprogramm für Forschung und Innovation der Europäischen Union.

 

Grundinformationen

COURAGE. Kulturelle Opposition: Das kulturelle Erbe von Dissens im Sozialismus verstehen

Bewilligungsnummer: 692919

Projekt-Webseite: http://cultural-opposition.eu/

Projektbeginn: 1. Februar 2016

Projektende: 31. Januar 2019

Anzahl der Partner: 12

Geschätzte förderfähige Kosten: 2.484.917,50 Euro

Thema: Kulturelle Opposition in den ehemaligen sozialistischen Staaten

Projekttyp: Forschung und Innovation

Ausschreibung: H2020-REFLECTIVE-2014-2015/H2020-REFLECTIVE-SOCIETY-2015

https://ec.europa.eu/research/participants/portal/desktop/en/opportunities/h2020/topics/440-reflective-4-2015.html

Dieses Projekt wird von „Horizont 2020“, dem Forschungs- und Innovationsprogramm der Europäischen Union, unter der Bewilligungsnummer 692919 finanziert.

Ziele

Das Hauptziel von COURAGE besteht darin, eine umfassende Online-Datenbank zu schaffen mit Beschreibungen von privaten sowie öffentlichen Sammlungen, die Artefakte und Erinnerungen der kulturellen Opposition im Staatssozialismus aufbewahren.

COURAGE identifiziert die verstreut lagernden Sammlungen zu Nonkonformismus, Dissens und kulturellem Eigensinn in den staatssozialistischen Gesellschaften Europas des 20. Jahrhunderts. Das Projekt überführt dieses Wissen in eine Online-Datenbank, die den betreffenden Sammlungen – ob klein oder groß, ob professionell oder ehrenamtlich betreut – eine größere Sichtbarkeit verschafft. COURAGE stellt das Erbe kulturellen Widerstands in einen breiten sozialen, politischen und kulturellen Kontext und will damit die Aufmerksamkeit für dieses Phänomen vergrößern.

COURAGE erforscht

  1. die Entstehung und Entwicklung von privaten und öffentlichen Sammlungen zu Akten des kulturellen Widerstands in den ehemals staatssozialistischen Staaten Europas, wobei den Übergängen von Opposition zum Mainstream und von „privat“ zu „öffentlich“ besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird;
  2. die Rolle sowie die Nutzung der Sammlungen vor 1989 und danach sowie die Bemühungen der nationalen Regierungen, diese zu bewahren, zu erhalten oder zu ergänzen;
  3. die Rolle der im Exil Lebenden bei der Unterstützung, Bewahrung und Verbreitung dieser Sammlungen diesseits und jenseits des Eisernen Vorhangs sowie die Rolle von Sammlungen, die von den Exilgemeinden selbst geschaffen wurden;
  4. die materielle Ebene der Sammlungen: Welche Dokumente, Artefakte, audio-visuelle und andere Materialien wurden als wertvoll genug angesehen, um gesammelt und bewahrt zu werden? Welche Materialien wurden als wichtige potentielle historische Quellen erachtet? Und welche Materialien wurden nicht aufgenommen bzw. wieder aussortiert oder gar vernichtet?
  5. die Praktiken der Katalogisierung, Organisation und Verwaltung der Sammlungen;
  6. den gesellschaftlichen Hintergrund und die Lebensverläufe der Menschen, die mit den Sammlungen verbunden sind;
  7. die Strukturen der Institutionen und Interessengruppen, die hinter den Sammlungen stehen, ebenso wie die rechtlichen Rahmenbedingungen und finanziellen Hintergründe und die Besitzverhältnisse sowie die soziale und kulturelle Zusammensetzung ihres Publikums und die Verwendung der Sammlungen in der historischen Forschung und Kultur;
  8. die Formen der Vernetzung und die Möglichkeiten der Zusammenarbeit verschiedener Arten von Sammlungen: Welches sind die bestehenden und möglichen Formen der Zusammenarbeit und öffentlichen Darstellung? Und wie können Strategien entwickelt werden, die die Kooperation von Sammlungen und ihre Sichtbarkeit fördern?

Partner

MTA BTK– Geisteswissenschaftliches Zentrum der Ungarischen Akademie der Wissenschaften , Budapest (Projektkoordinator)

IFIS PAN – Institut für Philosophie und Soziologie an der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Warschau

TCD – Trinity College Dublin

IOS Regensburg – Institut für Ost- und Südosteuropaforschung, Regensburg

MTA TK – Zentrum für Sozialwissenschaften an der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, Budapest

LII – Litauisches Institut für Geschichte, Vilnius

CUNI – Karls-Universität Prag

UB – Universität Bukarest

HIP – Kroatisches Institut für Geschichte, Zagreb

Comenius Universität in Bratislava

Universität Oxford

MTA SZTAKI – Institut für Informatik, Ungarische Akademie der Wissenschaften, Budapest

 

Treffen

Kick-off Workshop in Budapest (richtigen link hinzufügen)

Zweiter Workshop in Warschau (richtigen link hinzufügen)

Dritter Workshop in Prag

 

Leistungen

D6 Second_workshop_report

courage (slides presenting COURAGE – EN)

 

Durchführung

COURAGE wird eine Reihe innovativer Maßnahmen ergreifen:

Entwicklung einer Datenbank

Einrichtung eines Web-Portals, um die Vernetzung der Sammlungen zu fördern

Bereitstellung von Online-Lehrmaterial

Publikation eines Handbuchs

Kuratieren von Ausstellungen

Organisation von Filmfestivals

Schulung von Interessenvertretern, Experten und Wissenschaftlern in der Verwendung der Datenbank und Hilfe bei der Registrierung für die Datenbank

Sammlungen

COURAGE bedeutet Sammlungen.

Die Online-Datenbank wird eine Fülle nützlicher Informationen zu den wichtigsten Sammlungen und Schätzen der kulturellen Opposition bereitstellen. Dadurch wird die Netzwerkbildung sowie die Lehre und Forschung über kulturelle Formen von Opposition im Staatssozialismus gefördert.

COURAGE erstellt ein Register der Sammlungen zu verschiedenen Formen kultureller Opposition in allen früheren sozialistischen Staaten, die heute Mitglied oder Beitrittskandidat der Europäischen Union sind. Im Rahmen des Projekts werden standardisierte Beschreibungen der Sammlungen und Werkzeuge entwickelt, die die Datenbank benutzerfreundlich und leicht durchsuchbar machen. Ein innovativer Aspekt unseres Ansatzes liegt in der Berücksichtigung der sozialen und kulturellen Aktivitäten, die aus den Sammlungen hervorgehen und die das Potential eines Archivs als Repositorium des kulturellen Erbes ausdrücken.

Folglich geht das Projekt weit über die bloße Schaffung eines Registers der Sammlungen zur kulturellen Opposition hinaus. Es will ein nuanciertes Verständnis über das Wirken dieser Sammlungen ermöglichen und verstehen, welchem Zweck sie in den jeweiligen Gesellschaften dienen. Es will erfahren, wie der Bestand und die aus den Sammlungen gewonnenen Erkenntnisse der nationalen und internationalen Öffentlichkeit vermittelt werden. Das generelle Ziel dieser Analyse ist es, den Bekanntheitsgrad und die Wirksamkeit dieser Sammlungen zu erhöhen, indem die historischen Ursprünge und das Vermächtnis der unterschiedlichen Formen kultureller Opposition erforscht und vermittelt werden.

Glauben Sie, dass eine wichtige Sammlung in der Datenbank fehlt?

Machen Sie mit, zeigen sie COURAGE!

 

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Ausstellung

COURAGE bedeutet Ausstellung.

Eine Ausstellung soll das in vielen Fällen wenig bekannte Wirken der kulturellen Opposition sowie die Geschichten ihrer Protagonisten anhand von Bildmaterial und erst kürzlich erschlossenen Dokumenten aus den Archiven zugänglich machen.

COURAGE wird für die breite Öffentlichkeit Wanderausstellungen organisieren, die auch online zugänglich sein werden.

Die Ausstellungen beleuchten die „geheimen Pfade“ der Oppositionskultur: transnationale Verbindungen, Kommunikationswege zwischen Ost und West und den damit verwobenen Subkulturen (wie etwa Punks, Hippies, Straßenmusikanten, Jazz-Musiker auf Tournee und Teilnehmer kirchlicher Jugendtreffen). Wir wollen junge, politisch engagierte Kulturschaffende erreichen und zugleich innovative Methoden entwickeln, um die Besitzer von Sammlungen auf uns aufmerksam zu machen. Wir rufen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen auf, sich mit ihren Sammlungen einzubringen.

 

 

Strategie

COURAGE bedeutet neue Herangehensweisen.

Strategiepapiere sollen Entscheidungsträgern und Förderern die gesellschaftliche Bedeutung der Sammlungen nahebringen und ein Forum bieten, in dem Projekte von allgemeinem gesellschaftlichen Interesse diskutiert werden können.

Länderberichte werden politisch Verantwortlichen Entscheidungsträgern das Denken, das den Sammlungen zugrunde liegt, ihre Funktionsweise und ihre Entwicklung vom Spätsozialismus bis heute nahebringen. Die Akteure mit ihren Hoffnungen und Strategien werden dabei besonders berücksichtigt, und wichtige Veränderungen in den Sammlungen werden in den Kontext ihrer politischen, rechtlichen, finanziellen und kulturellen Bedingungen gestellt.

COURAGE wird Empfehlungen vorbereiten, in denen wichtige Fragen angesprochen werden, die die Zukunft der Sammlungen betreffen. Die Empfehlungen sollen potentielle Verwendungsmöglichkeiten des Erbes der kulturellen Opposition entwerfen, wie etwa eine Ausstellung im Haus der Europäischen Geschichte.

 

Forschung

COURAGE bedeutet Forschung.

Die Forschungsarbeiten werden ausgewiesene Kenner der früheren kulturellen Opposition zusammenbringen, die ihre Ergebnisse in einem fundierten und detailreichen Handbuch veröffentlichen.

Damit wird Wissenschaftlern und Verantwortlichen der Sammlungen eine Reihe von Analysen zur Genese, den institutionellen Rahmenbedingungen und zur gesellschaftlichen Relevanz der Sammlungen über kulturelle Opposition in den ehemaligen staatssozialistischen Ländern bereitgestellt.

 

Lehre [Curriculum]

COURAGE bedeutet Lehre.

Das Online-Lehrmaterial beleuchtet das verborgene und weniger bekannte Kulturleben in den staatssozialistischen Gesellschaften. Es wird das Lehren und Lernen über diesen Zeitabschnitt erleichtern.

Dafür produziert das Projekt Lehrmaterialien, die in vielfältigen Kontexten Anwendung finden. COURAGE wird die Geschichte der kulturellen Opposition mit konkreten Personen, Orten und sozialen Gruppen in Beziehung setzen und dabei auch eine Verbindungherstellen zum sozialen Umfeld der heutigen Jugend.

 

Training

COURAGE bedeutet Know-how.

Schulungen werden eine Möglichkeit zur Vernetzung von Interessenvertretern der Sammlungen, Experten und Wissenschaftler bieten; dabei soll auch in die Verwendung der COURAGE Datenbank eingeführt werden.

Die Schulungen sollen

  • Informationen und Ratschläge zur Verwendung des COURAGE-Registers bereitstellen;
  • dabei helfen, die Sammlungen pädagogisch sinnvoll zu nutzen;
  • den Verantwortlichen zeigen, wie die Sammlungen mit Hilfe internationaler und nationaler Kultur- und Wissenschaftsfonds und durch internationale Ausstellungen noch wirkungsvoller präsentiert werden können.

 

Film Festival

COURAGE bedeutet bewahren und weitergeben.

Dokumentarfilmfestivals sollen eine Gelegenheit bieten, die zeitgenössische Jugendkultur mit Experten und früheren Dissidenten zusammenzubringen. Wir ermutigen die jüngere Generation, sich mit dieser Vergangenheit zu beschäftigen und dabei zu erkennen, welche Bedeutung kultureller Eigensinn haben kann.

Dokumentarfilmfestivals in Budapest, Warschau, Prag und Bukarest bringen Jugendliche mit den damaligen Protagonistinnen und Protagonisten kultureller Opposition im Staatssozialismus zusammen. COURAGE ermutigt die Jugendlichen, sich an die Opposition gegen autoritäre Herrschaft im 20. Jahrhundert als Teil ihres gemeinsamen europäischen Erbes zu erinnern.

Partner

Medien

Nachrichten

COURAGE presented in Brussels at the conference Understanding Europe – Promoting the European Public and Cultural Space

2016.10.12. 14:25

17 October 2016, Brussels The conference Understanding Europe – Promoting the European Public and Cultural Space addresses the key issues […]

Lesen Sie weiter ... »»

Zielgruppen

Die wichtigste Zielgruppe sind das Archivpersonal und die Sammlerinnen und Sammler. COURAGE will dabei helfen, die Sammlungen einem größeren nationalen und internationalen Publikum zugänglich zu machen. 

Sammlungen  Strategie Schulungen/Weiterbildungen

Eine zweite Zielgruppe sind Wissenschaftler und Lehrende weltweit für die das Register der Sammlungen zur kulturellen Opposition im Staatssozialismus sowohl wichtiges Werkzeug als auch Grundlage für neue Forschung sein wird.

Sammlungen  Strategie Forschung 

Eine dritte Zielgruppe umfasst politische Entscheidungsträger auf lokaler und nationaler Ebene, in der Europäischen Kommission und weiteren europäischen Institutionen. COURAGE gibt Empfehlungen bezogen auf die Bedeutung der Sammlungen für Wissenschaft und Bildung.

Sammlungen Strategie

Als vierte Zielgruppe wendet sich COURAGE an die junge Generation (Schüler, Studenten, junge Berufstätige). Mit Hilfe audio-visueller und neuer sozialer Medien werden die Wertvorstellungen und das Vermächtnis kultureller Opposition als persönliches Erlebnis erfahrbar gemacht.

Ausstellung Lehre [Curriculum]  Film Festival

 

 

Veranstaltungen

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